Offizielle Kontext-Unterstützer:
Noam Chomsky, Institute Professor & Professor of Linguistics (Emeritus) at the Massachusetts Institute of Technology, US-Kritiker und politischer Aktivist
Peter Grottian, Prof. für Politikwissenschaften, FU Berlin
Sabine Leidig, MdB, eh. Geschäftsführerin von Attac Deutschland
Roland Roth, Prof. für Politikwissenschaften, FH Magdeburg, und Mitbegründer des Komitees für Grundrechte und Demokratie
Dieter Rucht, Professor für Soziologie, Wissenschaftszentrum Berlin, Leiter der Forschungsgruppe Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa
Werner Rügemer, Publizist
Peter Wahl, Autor und Mitarbeiter von WEED (Weltwirtschaft, Umwelt und Entwicklung)
Dr. Winfried Wolf, Chefredakteur Lunapark21 - Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie
Noam Chomsky:
"Contemporary society faces problems of fateful significance. There are many complexities and intricate factors, often poorly understood. If there is to be any hope for serious approaches to tasks reaching literally as far as decent survival of the species, it is crucial that democratic processes function in a constructive way. A prerequisite is that citizens have readily available to them accurate information, a rich variety of perspectives, and encouragement to think clearly and creatively. In brief, they need independent media, free from the constraints imposed by concentrations of power and rigid ideological frameworks, both stimulating activist organizations and drawing from their experiences and ideas."
("Die gegenwärtige Gesellschaft steht Problemen mit schicksalhafter Bedeutung gegenüber. Es gibt eine Reihe von komplexen Sachverhalten und Faktoren, die oft wenig verstanden werden. Wenn weiter Hoffnung bestehen soll, Aufgaben ernsthaft anzugehen, die in ihrer Reichweite das Überleben der Gattung Mensch betreffen, ist es äußerst wichtig, dass demokratische Prozesse in einer konstruktiven Weise funktionieren. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Bürger leichten Zugang zu korrekten und präzisen Informationen erhalten, zu einer substantiellen Vielfalt von Perspektiven, dass sie ermutigt werden, klar und kreativ zu denken. Kurz: Demokratien benötigen unabhängige Medien, frei von den Einschränkungen, die durch Machtkonzentrationen und rigide ideologische Rahmenbedingungen erzwungen werden; sie benötigen unabhängige Medien, die politische Organisationen und Aktivisten anregen und zugleich deren Erfahrungen und Ideen schöpferisch nutzen.")
Dieter Rucht:
"Nachrichten sind unser Fenster zur Welt jenseits unseres unmittelbaren Wahrnehmungshorizonts. Die Auswahl und Präsentation von Nachrichten entscheidet mit darüber, was wir überhaupt erfahren und was wir wie bewerten. Die etablierten Medien vermitteln uns im Wesentlichen das Weltbild der Etablierten. Das gilt insbesondere für das Fernsehen, das sich einerseits auf das quotenträchtige Spektakel, andererseits auf den Normalbetrieb der parteiförmigen Politik konzentriert. Es ist deshalb zu begrüßen, wenn mit der der Sendung "Kontext" andere Nachrichten in unser Blickfeld kommen - Nachrichten, die von anderen Medien für nicht erwähnenswert gehalten oder aber im Rahmen eines Deutungsschemas berichtet werden, das dem Status quo verpflichtet ist."
Werner Rügemer:
"Die großen Medien können sich aus ihrer lukrativen Komplizenschaft mit dem vorherrschenden Wirtschaftstyp nicht selbst lösen. Wir müssen neue, eigene, mit der Praxis der kapitalismuskritischen Alternativebewegungen verbundenen - nicht identischen! - demokratisch organisierten Medien gründen und betreiben, mit langem Atem!"
Winfried Wolf:
"Wir erleben in diesen Zeiten einer weltweiten Krise, wie Demokratie weitgehend ausgehebelt wird: Im Fall des Bankenrettungsprogramms in Deutschland ("Finanzmarktstabilisierungsgesetz") - und vergleichbaren Vorgängen in den USA, in Großbritannien, in Österreich und in der Schweiz - demonstrierte eine kleine Gruppe von Topbankern und Großaktionären, dass sie ungeniert Zugriff auf einige Hundert Milliarden Euro Steuergelder nehmen können. Die Medien haben diesen "Finanzputsch" weitgehend unkritisch begleitet und die bestehenden Alternativen fast komplett ausgeklammert. Die neue Bundesregierung will diese Politik der politischen Entmündigung fortsetzen und steigern.
Auch aus diesem Grund halte ich die Etablierung einer deutschsprachigen alternativen Nachrichtensendung für dringend geboten."