04.07.2014

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Ein Nullsummenspiel: Der Mythos vom volkswirtschaftlichen Nutzen großer Sportevents

Um sportliche Großereignisse wie Fußballweltmeisterschaften oder Olympische Spiele politisch durchzusetzen, wird oft argumentiert, dass sie die Wirtschaft vor Ort stimulierten. Wolfgang Maennig hat zahlreiche Studien und Gutachten zu den ökonomischen Konsequenzen von sportlichen Mega-Events verfasst. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die wirtschaftlichen Effekte von WMs und Olympischen Spielen seien nicht nachweisbar, gingen über eine „Feel Good“-Atmosphäre nicht hinaus. Das gelte sowohl für Beschäftigung, Einkommen wie Steuereinnahmen. Auch in Brasilien werde der im Vorfeld ausgerufene Boom ausbleiben. Zudem: „Der brasilianische Staat kann das Steuergeld nur einmal ausgeben. Das was er für Sport investiert, kann er für andere Bereiche wie Krankenhäuser oder Schulen nicht mehr ausgeben. Und das ist ein Problem, das die Brasilianer jetzt verstärkt spüren."

 

Gäste: 

Wolfgang Maennig, Prof. für Wirtschaftspolitik an der Universität Hamburg, Ruder-Olympiasieger (1988)